Eine Kundgebung des Vereins StoP zum Männergedenktag
Im Jahr 2025 wurden 24.995 Opfer von Gewalt in den Gewaltschutzzentren Österreichs erfasst. Rund 80% der Opfer waren Frauen. Zurückzuführen ist dies auf die Instandhaltung und Reproduktion eines patriarchalen Systems in welchem Männer dominieren, Normen bestimmen und Frauen unterdrücken. In diesem Sinne ist klar zu erkennen: Gewalt gegen Frauen und Femizid sind Männerprobleme.
Am Morgen des 2. März 2026 fanden sich zahlreiche Männer im Namen einer Kampagne des Vereins StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt ein, um den Opfern von Femiziden zu gedenken und ein Signal an andere Männer zu senden: Sich öffentlich gegen Gewalt an Frauen zu bekennen, zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen.
Angeleitet von der Politikwissenschaftlerin, Frauenrechtsaktivistin und Vorsitzenden des Vereins StoP in Österreich Maria Rösslhumer, breitete sich die Versammlung der Kampagne „Haltung zeigen. Verantwortung übernehmen.“ vor dem Parlament aus. Über 60 Männer sind bereits Mitglieder der im letzten Jahr ins Leben gerufenen Kampagne und bekennen sich öffentlich dazu, dem Problem von Gewalt gegen Frauen entschlossen entgegenzutreten.
Michael Stocker, ein ehemaliger Lehrer, der sich bereits seit 1,5 Jahren im Verein engagiert betont: „Wir brauchen Männer die Vorbilder sind […] und anderen Männern mit Haltung begegnen“ und dass Österreich von einer echten Gleichstellung der Geschlechter noch meilenweit entfernt sei. Dem fügte Maria Rösslhumer hinzu, dass es „eine starke feministische Männerbewegung in Österreich“ brauche, um der Gewalt gegen Frauen effektiv entgegenzutreten.
Auch der Schauspieler und Opernregisseur Cornelius Obonya, der bereits von Beginn an Teil der Kampagne war, brachte sich ein und las während der Kundgebung eine Liste von Namen vor, die nicht aufzuhören schien. Dies sind die Namen von 100 Frauen und Mädchen, die nur in den letzten acht Jahren – seit dem damaligen Verschwinden von Jennifer Scharinger – ermordet wurden oder auf andere Art und Weise verschwunden sind. Ein entrüstendes Zeichen dafür, wie sehr die österreichische Politik daran scheitert, sich diesem Problem anzunehmen.

Wo und Was können Männer tun, um der Gewalt gegen Frauen entgegenzuwirken? Das fragte ich Maria Rösslhumer auf dem Weg vom Parlament zum Kanzleramt. Ihre Antwort: Überall. Im eigenen sozialen Umfeld oder am Arbeitsplatz etwa. Männer können und sollen sich dem Alltagssexismus entgegenstellen, zum Beispiel indem sie sich gegen frauenfeindliche Kommentare oder Witze stellen und aussprechen, denn „Gewalt an Frauen beginnt bei der Sprache“, so Maria während der Kundgebung.
Vor dem Kanzleramt angekommen lud Maria Rösslhumer den Bundespräsidenten mit den Worten „Österreich hat sich verpflichtet Frauen zu unterstützen!“ ein herauszukommen und sich die Kundgebung anzuhören. Dazu kam es leider nicht.

Mehr Informationen zum Verein StoP und der Kampagne „Haltung zeigen. Verantwortung übernehmen.“ können Sie hier nachlesen:
www.verein-stop-partnergewalt.at
Falls sie sich engagieren möchten, können Sie sich an die untenstehende Adresse wenden:

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