Wir wünschen uns zu unterschiedlichen Anlässen Glück. Spätestens zum Jahreswechsel ist Glück in aller Munde. Es geht so weit, dass wir Menschen die wir gar nicht kennen, zufällig begegnen, von denen wir nichts wissen, die wir mit großer Wahrscheinlichkeit nie wieder sehen viel Glück wünschen. Sogar auch den Menschen, die wir aus unserem Inneren heraus gar nicht mögen, wünschen wir Glück. Wir kaufen und tauschen Glücksbringer aus, wir feiern, aber was macht uns konkret glücklich? Und wie können Menschen in Haft trotzdem Glück finden?
Die Glücksforschung, auch als positive Psychologie bekannt, hat in den letzten Jahrzehnten viele interessante Erkenntnisse hervorgebracht. Was steckt also dahinter, ist Glück nicht auch eine Geisel für Menschen, oft auch eine Bürde, eine Last, eine Fehleinschätzung, ein unerfüllbarer Auftrag?
Einige der zentralen Punkte der Forschung
Gene und Persönlichkeit: Etwa 50% des Glücksniveaus wird durch genetische Faktoren bestimmt. Persönlichkeitsmerkmale zum Beispiel die seelische Einstellung, die durch Konzentration der Interessen auf äußere Objekte gekennzeichnet ist (Extraversion) und emotionale Stabilität tragen ebenfalls bei, vor allem ist Glück individuell. Äußere Umstände: Nur etwa 10% des Glücksempfindens werden durch äußere Umstände wie Einkommen, Wohnort oder Beruf beeinflusst. Selbstbestimmte Aktivitäten: Die restlichen 40% hängen von absichtlichen Aktivitäten ab, die das Wohlbefinden fördern.
Wichtige Faktoren für ein Wohlbefinden
Soziale Beziehungen: Starke und unterstützende soziale Bindungen sind entscheidend für das Glück.
Sinn und Zweck: Ein Gefühl von Sinnhaftigkeit und Zielstrebigkeit im Leben trägt signifikant zum Glück bei.
Dankbarkeit: Regelmäßiges Praktizieren von Dankbarkeit kann das Wohlbefinden erheblich steigern.
Achtsamkeit: Achtsamkeitspraktiken helfen, im Moment zu bleiben und Stress abzubauen.
Materialismus vs. Erlebnisse: Erfahrungen, wie Reisen oder gemeinsame Unternehmungen, tragen mehr zum langfristigen Glück bei als materielle Besitztümer.
Anpassungsfähigkeit des Glücks: Menschen neigen dazu, nach positiven oder negativen Ereignissen zu einem stabilen Glücksniveau zurückzukehren. Dies wird als „hedonistische Anpassung“ bezeichnet.
Einfluss von Einkommen: Ein gewisses Einkommensniveau ist wichtig, um Grundbedürfnisse zu decken. Darüber hinaus trägt ein höheres Einkommen jedoch nur begrenzt zum Glück bei.
Praktische Anwendungen um persönliches Glück empfinden zu können:
Tägliche Routinen: Kleine tägliche Aktivitäten, wie das Führen eines Dankbarkeitstagebuchs oder regelmäßige Bewegung, können das Wohlbefinden steigern.
Soziale Unterstützung: Investieren in Beziehungen und soziale Netzwerke, damit ist nicht das Internet gemeint, ist essenziell (wesentlich).
Diese Erkenntnisse unterstreichen, dass Glück nicht nur durch äußere Umstände, sondern vor allem durch persönliche Entscheidungen und Beziehungen beeinflusst wird. Das alles betrifft nicht nur die sogenannte Außenwelt, auch Menschen, welche einen Teil ihres Lebens unter Freiheitsentzug verbringen, können sich für ihr persönliches Glück entscheiden, und für sich nützen.
Wie beeinflussen soziale Beziehungen das Wohlbefinden laut der Glücksforschung?
Soziale Beziehungen sind ein zentraler Faktor für das Wohlbefinden und das Glücksempfinden.
Emotionale Unterstützung: Eine oder mehrere vertraute Personen, können unterstützend wirken, allein in dem sie Ihnen beispielsweise zuhören. Erwarten Sie jedoch keine Sofort Lösungen zu Ihrer Situation, wenn sich im Moment auch keine Lösungen anbieten, so ist es entlastend zu reden. Oft ergibt sich zu einem späteren Zeitpunkt genau das, dass Sie sich gewünscht haben – es braucht nicht nur Glück, sondern auch den richtigen Zeitpunkt.
Vertrauen und Sicherheit: Enge Beziehungen bieten emotionale Unterstützung, was zu einem Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit führt.
Stressbewältigung: Bei Herausforderungen oder Stress bieten Freunde, Familie oder Vertrauenspersonen, Trost und Unterstützung, was die Belastbarkeit erhöht.
Zugehörigkeit und Identität: Arbeit, Sport, Therapie, Spiel, usw.
Soziale Integration: Das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein, fördert das Wohlbefinden und stärkt das Zugehörigkeitsgefühl.
Identitätsbildung: Beziehungen helfen bei der Bildung und Bestätigung der eigenen Identität.
Wie kann man Glück und Zufriedenheit selbst fördern?
Positive Interaktionen: Regelmäßige positive soziale Interaktionen steigern das allgemeine Glücksgefühl. Geteilte Erlebnisse: Gemeinsame Erlebnisse und Erinnerungen tragen zur langfristigen Zufriedenheit bei.
Physische Gesundheit selbst fördern: Studien zeigen, dass Menschen mit starken sozialen Bindungen länger leben und gesünder sind. Soziale Netzwerke können positive Gesundheitsgewohnheiten fördern, wie regelmäßige Bewegung oder gesunde Ernährung. Psychologische Vorteile: Reduzierung von Depressionen, soziale Unterstützung kann Symptome von Depressionen und Angstzuständen lindern. Menschen mit erfüllten sozialen Beziehungen berichten von höherer Lebenszufriedenheit.
Insgesamt zeigen diese Erkenntnisse, dass soziale Beziehungen nicht nur das emotionale Wohlbefinden, sondern auch die physische Gesundheit und die Lebensqualität erheblich verbessern. Gesunde Beziehungen bieten eine Quelle von Freude, Unterstützung und Sinn, die für ein erfülltes Leben unerlässlich sind, unabhängig davonan welchem Ort man lebt.
Wie beeinflussen soziale Beziehungen die psychische Gesundheit?
Positive Beziehungen stärken das Selbstwertgefühl und das Gefühl der Zugehörigkeit. Enge soziale Bindungen können ein Beitrag sein aufkommende Depressionen zu mindern, oft gar nicht entstehen lassen. Es macht einen großen Unterschied, ob jemand eine gewisse Zeit allein verbringen möchte, oder ob diese Person Einsam ist. Soziale Unterstützung hilft, Ängste zu mindern und die Widerstandskraft (Resilienz) zu stärken. Dazu zählt auch Trost in schwierigen Zeiten zu spenden, Unterstützung bei emotionalen Krisen anbieten, negative Gedanken zu mildern, Verständnis und Empathie Freunde und Familie bieten ein Ohr und Verständnis, was das Gefühl von Isolation verringert. Förderung positiver Emotionen gelingt am besten, in dem man Glücksgefühle schafft. Dazu sucht man regelmäßige positive Interaktionen mit Personen, welche auf einer selben Welle reiten, mit denen man sich gegenseitig weiterentwickelt, mit denen man Lachen kann, denen man Vertrauen kann, die Respekt haben, solche Personen, es müssen nicht viele sein, können Glück und Zufriedenheit steigern. Allgemein können gesunde Beziehungen ein Gefühl von Sinn und Erfüllung, sowie ein Leben ohne Kriminalität fördern.
Stärkung der Widerstandskraft: Ausgewählte soziale Netzwerke, bieten Hilfe in Krisenzeiten und fördern die Entwicklung effektiver Bewältigungsstrategien. Positive Beziehungen unterstützen die Flexibilität im Umgang mit Veränderungen und Herausforderungen, sie fördern eine gesunde Anpassungsfähigkeit.
Ein weiterer Meilenstein zum Glück, die Förderung der eigenen Gesundheit:
Die Motivation zu einer gesunden Lebensweise ist wiederum eine persönliche Entscheidung. Freunde, Familie, oder Vertrauenspersonen können gesunde Verhaltensweisen unterstützen. Sport und gesunde Ernährung, sind dazu der Schlüssel zum Glück. Bei der Vermeidung schädlicher Verhaltensweisen sind es wieder enge Beziehungen die zu einem Glücksgefühl führen. Hier kommen aber noch andere Spieler hinzu, wie zum Beispiel Personen, mit denen man nicht die meiste Zeit verbringt, aber diese Personen sind Experten auf ihrem Gebiet. Ärzte, Therapeuten, Sozialarbeit, Justizwache Beamte, Bewährungshilfe, auch Anwälte, können helfen schädliche Gewohnheiten zu vermeiden oder zu überwinden. Gemeinsame Ziele setzen, und sich von Erfolg zu Erfolg voran zuarbeiten, stärkt das Selbstwertgefühl und führt zu einem Glücksempfinden. Sie erhalten dadurch von mehreren Personen Anerkennung und Wertschätzung und können eine positive Rückmeldung erwarten – diese Personen haben keinen Vorteil Ihnen zu schaden. Vielmehr geht es um eine Bestätigung Ihrer Identität, Sie werden als Mensch wahr genommen, Anerkennung und Lob unterstützen im allgemeinen die Entwicklung eines positiven Selbstbildes.
Welche Rolle spielen enge soziale Bindungen bei der Prävention von Depressionen?
Enge soziale Bindungen spielen eine entscheidende Rolle bei der Prävention von Depressionen durch verschiedene Mechanismen, wie Förderung positiver Aktivitäten und gemeinsame Unternehmungen. Enge Bindungen motivieren zu Aktivitäten, die Freude bringen und depressive Symptome lindern können.
Aktive Lebensführung: Soziale Interaktionen fördern eine aktivere und erfülltere Lebensweise. Bezugspersonen können frühzeitig Veränderungen im Verhalten erkennen und Unterstützung anbieten. Sie können Betroffene ermutigen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn nötig.
Gefühl der Zugehörigkeit und soziale Einbindung: Anerkennung vermittelt das Gefühl, wertvoll und wichtig für das soziale Umfeld zu sein. Ein Gemeinschaftsgefühl stärkt das Gefühl der Verbundenheit und Zugehörigkeit zu einer Gruppe.
Motivation und Ermutigung, Förderung von Zielen: Anerkennung motiviert, persönliche Ziele zu verfolgen und Herausforderungen zu meistern.
Ermutigung zu Wachstum: Unterstützt die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln und neue Fähigkeiten zu erwerben.
Reduzierung negativer Gedanken durch Abwehr von Selbstzweifeln: Positives Feedback hilft, negative Selbstwahrnehmungen und Zweifel zu verringern.
Schutz vor vernichtender Kritik: Stärkt die Widerstandsfähigkeit gegenüber negativer Kritik von außen. Konstruktive Kritik stärkt Ihre Fähigkeiten.
Wie können Menschen unter Freiheitsentzug ihr persönliches Glück fördern?

Unter Freiheitsentzug das persönliche Glück zu fördern, erfordert Kreativität und Anpassungsfähigkeit. Hier einige Ansätze:
Strukturierter Tagesablauf einhalten, Routine schaffen: Ein geregelter Tagesablauf kann Stabilität und ein Gefühl von Kontrolle bieten.
Persönliche Entwicklung, durch Bildung und Lernen: Nutzen von Bildungsprogrammen oder Selbststudium, um neue Fähigkeiten zu erlernen.
Kreative Aktivitäten: Kreative Beschäftigungen wie Zeichnen, Schreiben oder Musizieren können Ausdrucksmöglichkeiten bieten und Freude bringen.
Soziale Interaktionen: Beziehungen pflegen: Kontakt zu anderen InsassInnen/PatientInnen oder durch erlaubte Kommunikationsmittel zu Freunden und Familie halten.
Unterstützung suchen: Teilnehmen an Gruppenaktivitäten oder Selbsthilfegruppen, um soziale Unterstützung zu erhalten.
Achtsamkeit und Meditation durch Achtsamkeit‘s Übungen: Praktizieren von Meditation oder Atemübungen zur Förderung von Ruhe und innerem Frieden.
Dankbarkeit‘s Tagebuch: Regelmäßig Dankbarkeit ausdrücken, um den Fokus auf positive Aspekte zu lenken.
Körperliche Gesundheit durch Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität, wie Sport oder Yoga, um das Wohlbefinden zu steigern.
Gesunde Ernährung: Innerhalb der Möglichkeiten auf eine ausgewogene Ernährung achten. Eventuell selbst kochen.
Stabilität und Kontrolle fördert Vorhersehbarkeit: Ein fester Plan schafft Stabilität und reduziert Unsicherheiten.
Gefühl von Kontrolle: Das Einhalten einer Routine vermittelt ein Gefühl der Kontrolle über das eigene Leben.
Effektive Zeitnutzung und Produktivität: Ein strukturierter Tag hilft, Aufgaben effizient zu erledigen und Ziele zu erreichen.
Prioritäten setzen: Bessere Organisation ermöglicht es, Wichtiges zu priorisieren und Ablenkungen zu minimieren.
Reduzierung von Stress durch klare Abfolgen: Ein geregelter Tagesablauf verringert Entscheidungsstress und Überforderung.
Routinen als Anker: Regelmäßige Abläufe können in stressigen Zeiten beruhigend wirken.
Verbesserung der mentalen Gesundheit und Förderung der Resilienz: Routine stärkt die Fähigkeit, mit Herausforderungen umzugehen.
Stimmungskontrolle: Ein strukturierter Tag kann helfen, negative Emotionen zu regulieren – man kann niemanden verändern nur sich selbst.
Förderung gesunder Gewohnheiten: Regelmäßige Selbstpflege einhalten, strukturierte Tage erleichtern die Einhaltung gesunder Gewohnheiten wie Schlaf, Ernährung und Bewegung.
Zeit für Achtsamkeit: Ein fester Plan kann gezielte Zeit für Entspannung und Achtsamkeit schaffen
Vermeidung von Überforderung: Ein geplanter Tag verhindert, dass man sich von Aufgaben überwältigt fühlt.
Flexibilität innerhalb der Struktur: Eine gute Planung ermöglicht Anpassungen, was die Anpassungsfähigkeit fördert.
Zeit für Entspannung: Geplante Pausen und Zeiten für Achtsamkeit helfen, Erholung zu fördern.
Erhöhung des Selbstwertgefühls durch erreichbare Ziele: Das Setzen und erreichen von Tageszielen steigert das Selbstvertrauen und das Gefühl der Selbstwirksamkeit.
Produktivität: Ein erfüllter Tag erzeugt ein Gefühl der Zufriedenheit und des Erfolgs.
Verbesserung der emotionalen Stabilität durch Regelmäßigkeit: Strukturierte Tage helfen, emotionale Schwankungen zu glätten und positive Emotionen zu fördern.
Bewältigungsstrategien erarbeiten: Planung ermöglicht die Integration von Strategien zur emotionalen Regulierung.
Anpassungsfähigkeit/Reaktion auf Veränderungen: Flexibilität ermöglicht es, den Tagesplan an unerwartete Ereignisse oder Herausforderungen anzupassen.
Stressreduktion: Anpassungsfähigkeit verhindert, dass unvorhergesehene Ereignisse zu Stress oder Überforderung führen.
Förderung von Problemlösungsfähigkeiten: Kreatives Denken und Flexibilität ermutigt, alternative Lösungen zu finden, wenn Pläne nicht wie vorgesehen funktionieren.
Selbstbewusstsein stärken: Die Fähigkeit, Pläne anzupassen, stärkt das Vertrauen in die eigene Problemlösungsfähigkeit.
Balance zwischen Struktur und Freiheit und Wohlbefinden herstellen: Eine gute Balance zwischen festen Abläufen und spontanen Entscheidungen fördert das allgemeine Wohlbefinden.
Motivation: Flexibilität hält die Planung interessant und vermeidet Langeweile oder Frustration.
Erhaltung der Motivation und Vermeidung des Gefühl ausgebrannt zu sein: Flexibilität erlaubt Pausen und Erholung, was die langfristige Motivation erhält.
Positives Mindset: Die Fähigkeit, Pläne anzupassen, fördert eine positive Einstellung gegenüber Veränderungen.
Emotionale Stabilität durch Gelassenheit: Flexibilität hilft, in stressigen Situationen gelassen zu bleiben und emotionale Reaktionen zu kontrollieren.
Resilienz: Anpassungsfähigkeit stärkt die Widerstandsfähigkeit gegenüber Rückschlägen und Herausforderungen.
Abschließend zwei Fragen die Sie sich bitte selbst beantworten:
Was bedeutet Glück konkret für Sie?
Wie können Sie in Ihrer Situation für Ihr Glück sorgen?
Ich wünsche Ihnen Prosit 2026, mögen Sie Ihr Glück finden, bleiben Sie zuversichtlich.

Was mir bei der Liste der Möglichkeiten, die in der Haft positiv wirken, fehlt, sind die angebotenen Gottesdienste der Gefängnisseelsorge, gleich welcher Konfession. Sie können auch konfessionsunabhängig besucht werden. Ebenso Gespräche mit den Gefängnis SeelsorgerInnen, da diese nicht Teil des Systems sind und zur Verschwiegenheit verpflichtet sind, also keine Berichte etc. schreiben und auch keinerlei Entscheidungsbefungnisse über Lockererungen etc. haben.