Im Gefängnins in Arad gibt es eine Theatergruppe mit dem Namen „Blitz“. Mit Unterstützung der Verwaltung der Gefängnisse in Rumänien hat die Leitung des Gefängnisses in Arad beschlossen, etwas völlig Neues für die Insassen zu machen.

Ein Team bestehend aus der Direktorin für die Reintegration, dem psychosozialen Dienst, Lehrern, Psychologen, SozialarbeiterInnen und Regisseuren des Theaters in Arad hat neun Insassen ausgewählt und begonnen, sie zu „Künstlern“ zu machen.

Diese „Künstler“ haben sechs Monate lang hart daran gearbeitet ein Stück einzustudieren. Es war schwierig aber auch schön. Schließlich haben sie es geschafft und haben im Dezember für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gefängnisses ihre erste Vorstellung gegeben. Es war ein gutes Stück mit emotionalen Momenten. Es ging darin um Drogenkonsum und um die Folgen. Als das Stück zu Ende war, war der Direktor der Anstalt sprachlos. Das Stück wurde von einer Psychologin der Anstalt geschrieben.

Folgende Rollen gab es in dem Stück:

* Ein Junge, der aus einer armen Familie kommt, die ihn nicht wollte.

* Drei Freunde, die ihm versprechen, dass im alles möglich sein, wenn er mit ihnen Drogen konsumiert.

* Eine Person, die die Rolle Satans spielt.

* Drei Personen, die die Rollen der Gedanken des Jungen spielen.

* Eine Person, die einen Spiegel darstellt.

Die Handlung:

Der Junge beginnt auf Anraten seiner Freunde Drogen zu nehmen. Unter Drogeneinfluss fühlt er sich unbesiegbar. Als er jedoch in eine Krise gerät und dem Tod nahe ist, beschließt er aufzuhören. Er durchschaut den Mechanismus der Drogen, der nur für kurze Momente eine angenehme Welt vorgaukelt.

Das Justizministerium beschloss, den neun „Schauspielern“ die Möglichkeit zu geben, ihr Stück auch außerhalb des Gefängnisses darzubieten.

Zuerst traten sie im Nationaltheater in Alba Julia auf, danach im Theater in Arad. Weitere Vorstellungen gab es in Temesvar, in Cluj-Napoca, in Bukarest. Dort sowohl im Nationaltheater als auch in der Haftanstalt.

Es ist geplant, das Stück noch in anderen Städten aufzuführen. Und weitere Stücke zu entwickeln und einzustudieren.

Ein Bericht von Tudorel Petcu aus dem Gefängnis in Arad.
Übersetzt und bearbeitet von Christine Hubka.

One Reply to “Die Theatergruppe „Blitz“ im Gefängnis in Arad”

  1. Ein großartiges Projekt, das nicht Vorbild sein sollte und auch nicht sein kann, sondern Vorbild für alle Haftanstalten sein muss. Zeigt es doch eindeutig, was jeder weiß und in Psychologie und Pädagogik längst erforscht ist, erst wenn Menschen gemeinsam Perspektiven haben, eine Aufgabe die sie emotional anspricht, sie nicht belastet, sondern Freude und Erfolg bereitet, dann ist Veränderung möglich.

    Mein Respekt an das Team in diesem Gefängnis, und besonders an die Künstler.

    Ganz klar würde ich Eintritt bezahlen um dieses und andere Stücke sehen zu dürfen.

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