Seit 2. Jänner 2025 gibt es an der MedUni Wien die durch Bundesmittel geförderte Untersuchungsstelle für Gewaltbetroffene (UGB). Es handelt sich um ein Pilotprojekt des Zentrums für Gerichtsmedizin unter gerichtsmedizinischer Leitung. Standort der UGB ist der Zimmermannplatz 1, 1090 Wien, nahe dem Universitätsklinikum AKH Wien und dem Zentrum für Gerichtsmedizin.

Die UGB bietet eine gerichtsverwertbare Dokumentation von Verletzungen inklusive Fotodokumentation bei häuslicher und sexualisierter Gewalt sowie Misshandlungen im Kindes, Jugendlichen und Erwachsenenalters, Spurensicherung (z.B. bei Sexualdelikten). Untersuchungen von Blut – und Harnproben bei Verdacht auf „KO Mittel“. Betroffenen werden Informationen zu Opfereinrichtungen nahe gebracht und Beratung zu polizeilichen Anzeigen und psychologischer Unterstützung geboten.

Ziel ist, dass sich alle Betroffenen, Angehörige, Vertrauenspersonen, Opferschutzeinrichtungen, Ermittlungsbehörden sowie ÄrztInnen und medizinisches Fachpersonal, einfach alle Menschen welche medizinisch forensische Wahrnehmungen über Gewalttaten haben, eine Anlaufstelle vorfinden. Durch fachgerechte Dokumentation und Spurensicherung soll die Ausgangslage von Gewaltbetroffenen Personen in späteren Gerichtsverfahren verbessert werden. Täter sollen wissen, bei Fällen von „Aussage gegen Aussage“, sind die in der UGB gewonnen Spuren, in jedem Fall vom Gericht zu verwerten, und anerkannt.

Pressekonferenz mit Regierungsmitgliedern Sporrer, Holzleitner, Schumann, Königsberger-Ludwig sowie MedUni-Wien-Rektor Müller und der Leiterin der Untersuchungsstelle Katharina Stolz
Foto: Medizinische Universität Wien/APA-Fotoservice/Hörmandinger

In der UGB sind ÄrztInnen für Allgemeinmedizin, eine Lotsin (Psychologin) und zwei Administrationskräfte beschäftigt. Die ÄrztInnen arbeiten unter gerichtsmedizinischer Anleitung, jeder Fall wird durch FachärztInnen für Gerichtsmedizin geprüft. Die UGB befindet sich im Auf,- und Ausbau, weswegen derzeit noch keine forensisch ausgebildeten Pflegekräfte beschäftigt werden können, jedoch möchte die Leitung der UGB sich in Zukunft dafür einsetzen. Es gibt ein spezielles Zertifizierungsprogramm Forensik und Opferschutz für Pflegekräfte am Campus Wien Academy. Die ersten Pflegekräfte haben bereits die Ausbildung abgeschlossen. Der Redaktion Menschen und Rechte sind diese hoch spezialisierten Kräfte bekannt. Auch die Räumlichkeiten der UGB haben wir uns angesehen. Ein Sicherheitskonzept ist vorhanden, somit können sich Betroffene sicher fühlen. Es gibt keine Wartezeiten wie sie aus überfüllten Spitalambulanzen üblich sind. Betroffene erhalten nach Kontaktaufnahme Soforthilfe.

Erwähnenswert ist auch, die gesamte Bundesregierung steht hinter diesem Programm, es darf also darauf gehofft werden, das die Finanzierung aus Bundesgelder gesichert bleibt, und ein Ausbau auf einen Vollzeitbetrieb 24/7 bald realisieren wird. Der Wunsch das sich auch die ÖGK und andere Sozialversicherungsträger finanziell beteiligen, wurde von der Leitung der UBG geäußert.

Untersuchungsstelle für Gewaltbetroffene
Zimmermannplatz 1,1090 Wien
Tel: +43(0)4016035700
Mail: ugb@meduniwien.ac.at
www.meduniwien.ac.at/ugb

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