Weggesperrt

Foto: Ronald Hansch

Weggesperrt
Warum Gefängnisse niemandem nützen
Buchpräsentation und Podiumsdiskussion mit Thomas Galli


Dienstag, 10. November 2020 | 18 Uhr
Festsaal Florido-Tower, 30. Stock, 1210 Wien
Anmeldung (folgt in Kürze)


Thomas Galli zeichnet in „Weggesperrt. Warum Gefängnisse niemandem nützen“ ein differenziertes Bild des Strafvollzugs und fordert Alternativen zu Haftstrafen. In seinem Werk berichtet er vom deutschen Gefängnisalltag und erläutert, warum die Ziele des „Wegsperrens“ unter den derzeitigen Bedingungen nicht erreicht werden. Der Autor plädiert dabei für dezentrale und offenere Formen des Freiheitsentzuges anstatt von totalen und geschlossenen Institutionen zur besseren Realisierung von Gerechtigkeit, Resozialisierung und Sicherheit im Strafvollzug. Nach einer Vorstellung von „Weggesperrt. Warum Gefängnisse niemandem nützen“ durch den Autor diskutieren Expert*innen über die Ziele des Strafvollzugs und deren Umsetzung in der Praxis.

Podium


Thomas Galli
geboren 1973, Studium der Rechtswissenschaften, Kriminologie und Psychologie. Von 2001 bis 2016 war Galli über fünfzehn Jahre lang im Strafvollzug tätig, 2013 wurde er Leiter der JVA Zeithain, 2015 für über sechs Monate zusätzlich Leiter der JVA Torgau. Daneben beschäftigt er sich auch wissenschaftlich mit kriminologischen Fragestellungen.
Galli war Lehrbeauftragter u.a. für Strafrecht und Psychologie und hat zum Thema Strafvollzug mehrere Artikel veröffentlicht. Er war Mitglied des Kriminalpräventiven Rats der Stadt Dresden und außerdem Vertreter Sachsens bei der Bundesvereinigung der Anstaltsleiter. Seit Oktober 2016 ist er als Rechtsanwalt in einer Sozietät tätig
Foto: Ronald Hansch


Shinko Andreas Hagn
ist seit 2011 ehrenamtlicher Gefängnisseelsorger und Seelsorger der Obdachloseneinrichtung Vinzirast, Initiator von „1000 Hände-gelebte Verbundenheit“ und Zenpriester der Sotozen Sangha „Daijihi“
www.daijihi.org


Rudolf Karl
war jahrzehntelanger Justizwachekommandant der Justizanstalt Wien-Mittersteig, einer Sonderanstalt für „geistig abnorme Rechtsbrecher“.


Monika Mokre
Studium der Politikwissenschaft und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien. Seit 1991 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, seit 2009 am Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte. Mokre ist Mitglied der Solidaritätsgruppe für die Gründung einer Gefangenengewerkschaft in Österreich.
Foto: Stefan Csáky/IKT


Maximilian Pollux
war selbst ein jugendlicher Intensivtäter und verbrachte fast zehn Jahre in Haft. Nach seiner Entlassung veröffentlichte er einige Bücher rund um das Thema Kriminalität. Er ist Gründungsmitglied des SichtWaisen e.V. in Mainz. Als systemischer Anti-Gewalt-Trainer arbeitet er im gesamten deutschsprachigen Raum. Seine kriminalpräventiven Workshops führt er in Schulen, Jugendhäusern, Wohngruppen und auch Kliniken, Gefängnissen und Arrestanstalten durch. Außerdem ist er als Mentor in der persönlichen Betreuung von Jugendlichen, Heranwachsenden, jungen Erwachsenen und deren Angehörigen tätig.
www.sichtwaisen-ev.de

Moderation


Anja Melzer
studierte Kunstgeschichte, Publizistik und Kriminologie in Wien und Regensburg. Seit 2014 arbeitet sie als Journalistin und Reporterin für österreichische und internationale Zeitungen und Magazine. Seit März 2020 ist sie Chefin vom Dienst der Arbeit & Wirtschaft.
Foto: Markus Zahradnik