Reform des Maßnahmenvollzugs

Reform des Maßnahmenvollzugs
Präsentation und Podiumsdiskussion


Donnerstag, 12. November 2020 | 18 Uhr
Festsaal Florido-Tower, 30. Stock, 1210 Wien
Anmeldung


Der Maßnahmenvollzug ist eine zeitlich unbefristete, präventive Anhaltung von Täter*innen in Justizanstalten und psychiatrischen Einrichtungen. Bereits im Jahr 2015 wurde von namhaften Expert*innen in einem vom Justizministerium beauftragten Bericht der dringende Reformbedarf festgestellt. Zwischenzeitlich gab es mehrere Entwürfe und auch im aktuellen Regierungsprogramm ist die Reform sowie die Umsetzung eines menschenrechtskonformen Maßnahmenvollzugs enthalten. Als gesellschaftliches Randthema soll der Maßnahmenvollzug in den Vordergrund gerückt und dessen Missstände sowie der aktuelle Stand der Reform thematisiert werden. Eine Podiumsdiskussion folgt den Ausführungen von Madlene Mohnl.

Präsentation


Madlene Mohnl
hat Rechtswissenschaften an der Uni Wien studiert und den Bachelorstudiengang Soziale Arbeit an der FH St. Pölten absolviert, wo sie im Zuge ihrer Abschlussarbeit zum Thema „Menschenrechte im Maßnahmenvollzug“ geforscht hat. Beruflich war sie unter anderem in zwei Rechtsanwaltskanzleien mit strafrechtlichem Schwerpunkt und als Rechtsberaterin beim Diakonie Flüchtlingsdienst tätig. Aktuell arbeitet sie als Sozialarbeiterin in einer Jugendberatungsstelle.

Podium


Ilse Angel-Schödl
leitet seit Jänner 2019 das Therapeutische Kompetenzzentrum IAS FORENSIS. und war über viele Jahre hinweg Psychotherapeutin im Maßnahmenvollzug in der Justizanstalt Stein und in der Justizanstalt Wien-Simmering.


Markus Drechsler
ist Obmann der „Selbst- und Interessensvertretung zum Maßnahmenvollzug“, Herausgeber der Blickpunkte, studiert Rechtswissenschaften an der Universität Wien und war selbst Untergebrachter im Maßnahmenvollzug.


Gudrun Kugler
ist Juristin, Theologin, Mutter von vier Kindern, Unternehmerin, Nationalratsabgeordnete und Menschenrechts – und Vertriebenensprecherin des ÖVP-Parlamentsklubs. Ihre Arbeitsbereiche sind: Menschenrechte, Vertriebene, Soziales, christliche Werte, Förderung der Familie, Anliegen aus Floridsdorf und der Donaustadt.
Im parlamentarischen Ausschuss für Menschenrechte engagiert sich Kugler für die Umsetzung der Maßnahmenvollzugsreform.


Pius Prosenz
hat in Wr. Neustadt maturiert, in Wien das Medizinstudium absolviert, am KH Wr. Neustadt die Gegenfächer gemacht und an der Wiener neuropsychiatrischen Univ. Klinik 1968 die Fachausbildung abgeschlossen. 1969/70 hat er in den USA an der Universität von Miami Forschungstätigkeit betrieben, hat sich 1971 habilitiert. Bis 1982 hat er in Wr.Neustadt und anderen Krankenhäusern im südlichen NÖ konziliare Versorgung betrieben.  Seit 1972 war er 40 Jahre hindurch ständig beeideter gerichtlicher forensisch-psychiatrischer Sachverständiger bis 2012. Seither widmet er sich weiterhin dem Fortschritt der forensischen Psychiatrie und ist als Privatgutachter tätig.


Klaus Priechenfried
ist Psychologe und  Psychoanalytiker und seit 30 Jahren auf dem Gebiet der Bewältigung der Folgen von Kriminalität tätig. Derzeit ist er Leiter einer NEUSTART Einrichtung in Wien, die ein breites Spektrum von sozial-konstruktiven Maßnahmen zur Bewältigung von Kriminalität umsetzt. Dazu gehören die Rückfallvermeidung bei Tätern und Bewältigung der belastenden Erfahrungen für Opfer. Er engagierte sich in einer der Arbeitsgruppen für eine Reform des Maßnahmenvollzugs 2015.


Marco Uhl
ist stellvertretender Vorsitzender des obds – Österreichischer Berufsverband der Sozialen Arbeit und Geschäftsführer von ZeSa. Seit 2013 bietet ZeSa in Tirol und Vorarlberg sozialtherapeutische Wohnbetreuung als Alternative zu unbedingten Anhaltungen in Justizanstalten und forensischen Psychiatrien an. Seine Schwerpunkte sind die Durchsetzung der Menschenrechte und das Lösen von sozialen Problemen.

Moderation


Katharina Zwins
hat Rechtswissenschaften an der Universität Wien und der Universität Panthéon-Assas Paris studiert. Nach verschiedensten Tätigkeiten als Juristin, unter anderem beim UNHCR in Algier, beim EuGH in Luxemburg, an der Universität Wien als Universitätsassistentin sowie im BMI im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft arbeitet sie derzeit an ihrer Dissertation sowie als Journalistin bei Blickpunkte.