Offene Forschung hinter verschlossenen Türen

Offene Forschung hinter verschlossenen Türen
Eine Einschätzung der Auswirkungen von Covid-19 Regelungen auf Personen im Maßnahmenvollzug

Präsentation des Forschungsprojekts


Freitag, 13. November 2020 | 18:30 Uhr
Festsaal Florido-Tower, 30. Stock, 1210 Wien
Anmeldung


Die Covid-19 Pandemie hat einen immensen Einfluss auf das Leben von Millionen von Menschen; ebenso und insbesondere auch auf das Leben von Personen in Justizanstalten. Personen mit psychosozialen und intellektuellen Beeinträchtigungen, denen die Freiheit entzogen ist, befinden sich in einer besonders vulnerablen Situation, da sie in Justizanstalten überrepräsentiert sind und „aufgrund der einstellungsbezogenen, Umfeld bedingten und institutionellen Hindernissen, welche im Zuge der Covid-19 Regelungen reproduziert werden, disproportional betroffen sind“, wie das Büro der Hohen Kommissarin für Menschenrechte (OHCHR) betont.

Dieses Projekt des Ludwig Boltzmann Instituts für Menschenrechte (BIM) wird in Kooperation mit Partnerorganisationen aus Österreich, Italien und Deutschland durchgeführt. Es zielt darauf ab die  Herausforderungen, welchen Personen mit psychosozialen und intellektuellen Beeinträchtigungen, die aufgrund ihres strafbaren Verhaltens und/oder nach Ausschluss der strafrechtlichen Verantwortung angehalten oder untergebracht sind, während der Covid-19 Pandemie begegnen, zu verstehen und aufzuzeigen. Konkret soll das Projekt Empfehlungen entwickeln, wie die Situation von Personen im Maßnahmenvollzug während Pandemien verbessert werden kann. Gleichzeitig soll in der Öffentlichkeit und unter relevanten Akteur*innen Bewusstsein für das Thema geschaffen werden.

Präsentation


Nora Katona
ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team für Menschenwürde und öffentliche Sicherheit am Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Prävention von Folter und anderen Formen der Misshandlung, Menschenrechte im Strafrechtssystem und die Bekämpfung des Menschenhandels.


Markus Drechsler
ist Obmann der „Selbst- und Interessensvertretung zum Maßnahmenvollzug“, Herausgeber der Blickpunkte, studiert Rechtswissenschaften an der Universität Wien und war selbst Untergebrachter im Maßnahmenvollzug.

Moderation


Marlene Frank
hat Rechtswissenschaften an der Universität Wien und der Universität Lund in Schweden studiert. Nach ihrer Gerichtspraxis war sie an der Österreichischen Botschaft in Bangkok sowie in der internationalen Abteilung des Familien-, und Jugendministeriums tätig. Derzeit arbeitet sie in der Arbeiterkammer Wien als Juristin in der Abteilung Arbeitsrecht.