Am 3. Februar 2026 fand am Abend während der Besuchszeit vor der Justizanstalt Hirtenberg eine Kundgebung zum Tod eines Häftlings statt. Näheres dazu hier.
Die Union für die Rechte von Gefangenen reiste nicht nur mit einer großen Zahl junger Menschen an. Diese hatten auch Trommeln und ein Saxophon mit im Gepäck. „Gefängnis tötet“ konnten alle, die auf der viel befahrenen Straße vorbei fuhren lesen.

Zu Beginn verlas Monika Mokre, ein Mitglied der „Union für die Rechte von Gefangenen“, ein Statement. Besonders berührend war ein Statement eines Insassen von Hirtenberg, der dieses einer Teilnehmerin im Vorfeld geschickt hatte.
rede-gefangene-hirtenbergAls es völlig dunkel war, wurden zum Gedenken an den in Hirtenberg gewaltsam zu Tode gekommenen Insassen Kerzen angezündet und Blumen niedergelegt. Dazu spielte das Saxophon.
Eine dichte Stille breitete sich an der Straße aus, der sich auch die FußgängerInnen auf der gegenüberliegenden Seite nicht entziehen konnten. Sie blieben stehen. Schauten. Warteten.

Nach dieser Stille wurde es dann laut. Mit Sprechchören, Trommeln und auch mit Saxophon wurde die Botschaft hinausgerufen: „Keine Gerechtigkeit – kein Friede. No justice – no peace.„
Die Hoffnung war, dass auch die Insassen dies hören können, obwohl der Trakt, wo diese untergebracht sind, nicht an der Straße liegt.
Ich selber ging hinter das Gefängnis-Areal und konnte die Rufe, das Trommeln und das Saxophon noch gut vernehmen, auch wenn die Worte nicht mehr zu verstehen waren.
So ist zu hoffen, dass die dort mit all ihren Ängsten und der Wut und Trauer allein Gelassenen zumindest wahrnehmen konnten, dass draußen Menschen sind, die an sie denken und für sie eintreten.


Allen Beteiligten an dieser Kundgebung sei vor allem auch deshalb besonders gedankt, weil es an diesem Abend bitter kalt war. Sie haben sich dennoch auf den Weg gemacht, um ihre Solidarität mit den Insassen, ihre Anteilnahme mit der Familie des Getöteten und ihre Forderung nach grundlegender Veränderung im Strafrecht Ausdruck zu verleihen.
Ein Dank an die Polizeibeamten, die zurückhaltend und freundlich ihre Aufgabe erfüllt haben, die Kundgebung zu begleiten.
