Anläßlich des Welt-Aids-Tages, der jährlich am 1. Dezember stattfindet und an dem weltweit zahlreiche Veranstaltungen zum Thema stattfinden, besuchte ich eine Abendveranstaltung in der Wiener Urania. Hier befindet sich eine der ältesten Volkshochschulen (VHS) in Wien, seit über 100 Jahren wird hier Bildung vermittelt, und für alle Menschen zugänglich gemacht. Die Aids Hilfe Wien hat in Kooperation mit der VHS eine ganztägige Fachtagung mit abschließender Podiumsdiskussion abgehalten. Gerade das Thema Sexualität im Alter ist natürlich ein ganz individuelles Thema, aber schlußendlich auch ein gesellschaftliches, wo es darum geht, wie wollen wir auch im Alter Sexualität gut leben können, um damit auch sich selbst entfalten zu können.

Bericht der Podiumsdiskussion teilweise mit O-Ton: Prinzipiell ist, glaube ich, Sexualität, auch wenn wir heutzutage viel offener darüber reden als vor 30, 40 Jahren, immer noch ein tabuisiertes Thema, vor allem im Gesundheitswesen, oft ein Thema, das nicht angesprochen wird, das mit viel Stigma und Tabu und Schamgefühl immer noch verbunden ist. Da sind vor allem alte Menschen doppelt davon betroffen, weil alte Menschen als oft sexlose Wesen wahrgenommen werden. Wenn in meiner gynäkologischen Ambulanz die Patientin vor mir sitzt, dann fällt mir vielleicht noch ein, sie über ihr Sexualleben zu befragen, weil ich mit ihr über Verhütung spreche, weil ich über sexuell übertragbare Erkrankung (STI’s) mit ihr spreche, aber bei der 70-jährigen postmenopausalen Frau fällt es mir vielleicht nicht mehr ein. Diese Frau hat aber, trotzdem ein Sexleben und hat Bedürfnisse. Und genau um Ängste abzubauen und Vertrauen aufzubauen, muss ich das Thema vor den Vorhang holen, weil Menschen, egal in welchem Alter sexuelle Bedürfnisse haben und sexuelle Gesundheit damit auch nicht mit einer reproduktiven Phase endet, sondern eben bis zum Lebensende ein Thema ist. Auch wenn sich die Themen zum Teil verschieben, manches wird freier, weil sich Frauen nicht mehr Gedanken darüber machen, ob sie schwanger werden können. Manches wird enger, weil bestimmte Medikamente Nebenwirkungen haben, die Sexualität sich verändert. Hormonschwankungen dazu führen, dass manche Dinge vielleicht nachher nicht mehr so funktionieren wie vorher, gleichzeitig man aber vielleicht auch besser weiß, was einem gefällt und was nicht, bestimmte gesellschaftliche Zwänge andere sind. Bei der heutigen Fachtagung haben wir ja schon sehr viel darüber gehört, dass einer gewissen Sprachlosigkeit einer Generation, die jetzt alt ist, auch begegnet werden muss. Die sind in einer Gesellschaft groß geworden, wo LGBTIQ+ überhaupt kein diskutiertes Thema war, das hat wenn dann im versteckten stattfinden müssen. Das sind Themen, mit denen wir uns als AIDS-Hilfe jeden Tag auseinandersetzen. Antidiskriminierungsarbeit ist was, was für uns ganz wichtig ist – auch Menschen, die mit HIV leben, werden alt. Auch das ist ein Thema der sexuellen Gesundheit. Auch dem müssen wir begegnen. Am Vormittag haben wir schon gesagt, wir wollen alle lang leben, aber niemand will alt sein. Dementsprechend ist auch Sexualität in Altersheimen ein Thema. Nicht nur mit HIV, sondern auch ohne HIV. Die Personen denken vielleicht nicht mehr so an Verhütung und dann plötzlich schießen uns die, sexuell übertragbaren Erkrankungen durch die Decke und alle wundern sich, warum plötzlich alle in der Hausgemeinschaft STI’s wie etwa Chlamydien haben. Weil man zum Glück jetzt mit HIV sehr alt werden kann und damit man auch gesund alt werden kann, müssen wir wirklich darüber sprechen.

Der heute 60-jährige Gesundheitspsychologe Benno berichtet über sein Leben mit HIV: Seine Diagnose erhielt er 1988, wer hätte sich das gedacht, als sein Arzt damals gesagt hat, du bist HIV-positiv, mit dieser Diagnose hast du circa zwei Jahre zu leben. Das Benno heute mit 60 Jahren in normale Alterspensionen gehen konnte hat viele Gründe, zum einen ist die Antivirale Therapie so gut ausgebaut, dass er mit zwei kleinen Tabletten am Tag, seine Virus Belastung unter der Nachweisgrenze halten kann, um das zu prüfen, geht er drei mal pro Jahr zum Blut-Test. Zum anderen betreibt er moderat aber regelmässig Sport, ernährt sich ausgewogen und als von seinem Ex Partner frisch geschiedener Single, datet er wieder, was sich natürlich auch auf seine seelische Gesundheit auswirkt. Gerade für Menschen mit HIV ist sexuelle Gesundheit natürlich immer ein wichtiges Thema welches sie im Alltag psychisch oft mehr beeinflusst als andere Menschen. Dieser Umstand ist auch heute noch sehr stark beeinflusst durch Stigmatisierung.

Die Moderatorin fragt: Bei deiner Diagnose Benno, erzähle wie hat sich diese von damals bis heute ausgewirkt? Man könnte einfach mal sagen massiv, ich überblicke eigentlich bis aus den 80er Jahren aus eigener Erfahrung im Prinzip bis jetzt und ich war auf meiner ersten, Beerdigung von meinem Freund, also Mitte der 1986 Jahre, glaube ich. Und es stimmt, ich bin jetzt in Altersteilzeit, aber Nein, ich gehe nicht in Pension, also ich bin gerade 60 geworden und ich beabsichtige bis zum Regelpensionstag, also für uns Männer in meinem Jahrgang wäre das mit meinem 65. Lebensjahr. Ich bin noch am Arbeiten, und das sehr gerne, ich habe einen schönen Beruf, womit ich anderen Menschen helfen kann. Ich war damals als ich die Diagnose erhielt 22 Jahre jung, die Aussage von einem Arzt dass man nur noch zwei Jahre zu leben hat, war natürlich ein unglaublicher Schock und Schmerz. Man glaubt ja grundsätzlich einem Arzt, also heute bin ich skeptischer, aber damals habe ich einfach geglaubt und er hat gesagt, zwei Jahre sind die Lebenserwartung, also maximal, und diese Zeit ist vermutlich begleitet von eben relativ unangenehmen Krankheitsbildern, die damals ja auch in allen Medien recht präsent waren, wie sich die älteren Personen unter uns bestimmt noch erinnern können – man sprach in den Medien vom “Schwulen Krebs”. Der Vergleich war damals naheligend, auch bei Krebs litten Betroffene an massiven Nebenwirkungen der Medikamente, aber auch an zusätzlich entstandenen Erkrankungen, was sich heute dank moderner Medizin wesentlich verbessert hat, sowie auch die Heilungsquote bei den meisten Krebs Formen hoch ist. Bei Brustkrebs sprechen ExpertInnen bereits von nahezu 90 Prozent Heilung. HIV-Prävention kennt kein Alter – Gemeinsam für sexuelle Gesundheit. Das sind Themen, mit denen wir uns als AIDS-Hilfe jeden Tag auseinandersetzen. Antidiskriminierungsarbeit ist was, was für uns ganz wichtig ist. Menschen, die mit HIV leben, werden alt, sie werden in Institutionen wohnen. Auch das ist ein Thema der sexuellen Gesundheit. Auch dem müssen wir begegnen. Am Vormittag haben wir schon gesagt, wir wollen alle lang leben, aber niemand will alt sein. Dementsprechend ist auch Sexualität in Altersheimen ein Thema. Nicht nur mit HIV, sondern auch ohne HIV. Die Personen denken vielleicht nicht mehr so an Verhütung und dann plötzlich schießen uns die, sexuell übertragbaren Erkrankungen durch die Decke und alle wundern sich, warum plötzlich alle in der Hausgemeinschaft STI’s wie etwa Chlamydien haben. Weil man zum Glück jetzt mit HIV sehr alt werden kann und damit man auch gesund alt werden kann, müssen wir wirklich darüber sprechen.

Benno berichtet weiter über sein Leben mit HIV:
Seine Diagnose erhielt er 1988, wer hätte sich das gedacht, als sein Arzt damals gesagt hat, du bist HIV-positiv, mit dieser Diagnose hast du circa zwei Jahre zu leben. Das Benno heute mit 60 Jahren in normale Alterspensionen gehen konnte hat viele Gründe, zum einen ist die Antivirale Therapie so gut ausgebaut, dass er mit zwei kleinen Tabletten am Tag, seine Virus Belastung unter der Nachweisgrenze halten kann, um das zu prüfen, geht er drei mal pro Jahr zum Blut-Test. Zum anderen betreibt er moderat aber regelmässig Sport, ernährt sich ausgewogen und als von seinem Ex Partner frisch geschiedener Single, datet er wieder, was sich natürlich auch auf seine seelische Gesundheit auswirkt. Gerade für Menschen mit HIV ist sexuelle Gesundheit natürlich immer ein wichtiges Thema welches sie im Alltag psychisch oft mehr beeinflusst als andere Menschen. Dieser Umstand ist auch heute noch sehr stark beeinflusst durch Stigmatisierung.

Das war hart, es gab Ablehnungen, aber bitte es gab nicht nur Ablehnung in den 80ern,es gibt auch Ablehnung heute.
Wie gesagt, ich kann als HIV positiver Mann arbeiten. Ich glaube, irgendwann hat auch meine Firma unterschrieben (was sie nicht müßten), es weiß jede und jeder bei mir, meine Freunde drücken mir ihre kleinen Kinder in die Hand und alles Mögliche. Aber beim Dating und ich bin ja wieder am Dating-Markt leider, also beim Dating ist es so, dass man immer noch abgelehnt wird. Es ist so, dass ich letztens auch jemandem gesagt habe, das soll jetzt keine Eigenwerbung sein, aber eine Person die mit mir ins Bett geht um Sex zu haben, ist Safe. Wer unter regelmäßiger medikamentösen Behandlung steht, der gilt als der sicherste überhaupt – also sicherer geht’s nicht., wenn auch das Monitoring passt, also der Bluttest und Klinische Untersuchung bei der behandelnden Ärztin oder dem Arzt.

Jemand, der seinen Status nicht weiß oder nicht in Behandlung ist, oder keine Ahnung, keine Medikamente nimmt, oder meinetwegen negativ ist aber nie zu irgendwelchen Untersuchungen geht, ist viel unsicherer. Aber das ist noch nicht bei allen Menschen durchgedrungen. Es gibt, wie ich in der Diskussion gesehen habe, so was wie eine „Ja, ich weiß ja eh“, aber es bleibt so eine diffuse Angst. Dem kann man nur durch solche Fachtagungen, öffentliche Aufklärung, Bildung und Lust auf Reden zum Beispiel mit ÄrztInnen, ExpertInnen der AIDS Hilfe Einrichtungen, aber auch in diversen Vereinen, unter Freunden überhaupt in der Gesellschaft, tabulos entgegnen.

Sexualität darf man nicht nur auf Geschlechtsteile reduzieren, Sexualität ist viel mehr und beginnt in unserem Lebenszyklus sehr früh, so der Sexualpädagoge in der Runde – man weiß das auch aus der Sexualmedizin. Sexualität und Alter, ist eine der zentralen Fragestellungen von heute, an den die Sexualpädagogik, und Sexualwissenschaft arbeitet. Eine weitere der zentralen Fragen ist, wie man Sexualität im Alter und bei chronischen Erkrankungen aufrechterhalten, besser nicht aufrechterhalten kann. Und auch wenn ein verlangen vielleicht unter Umständen im Alter etwas abnimmt so bedeutet es nicht zwingend, das wir damit aufhören. Häufig gibt es eben viele chronische Erkrankungen, die den größten Einfluss auf die Sexualfunktion haben. Sexualität ist eben ein wichtiger Bestandteil der Lebensqualität, worauf auch im höheren Lebensalter nicht verzichtet werden muss und auch nicht sollte.

Die Wahrheit ist, dass gerade Leute, die älter sind (50+), 2,5-mal häufiger Sex praktizieren als 30-jährige Leute, das zeigen uns die Daten klar, sagt die Sexualmedizinerin. Sie komme in ihrer Arbeit von einer ganz, ganz anderen Seite, weil sie versucht immer, zur Sexualität oder für die Aufrechterhaltung der Sexualität den Patienten zu motivieren, aus einer chronischen Erkrankung herauszukommen, bzw. auch das zu tun, was sie ihm sage. Wenn ich jetzt einen Diabetiker vor mir habe, der schon rund ist, sehe ich ein genussvoller Mensch sitzt also hier er hat weniger gerne vollwertige Speisen. Meistens funktioniert es sehr gut bei Männern, wenn ich ihnen sag: ja, es ist sehr gut, wenn sie jetzt auf das und das verzichten, weil dann ist nämlich das Hba1C (Langzeitzucker Wert, welcher alle 3 Monate gemessen wird) um die 6,5, womit sich die Gefäße erholen, beispielsweise auch die in Ihrem Penis. Wenn ich dann sehe seine Werte bleiben stabil, dann freu ich mich mit dem Patienten, denn ich weiß gleichzeitig er hat ein erfülltes Sexualleben, zumindest wäre die Funktionalität nicht mehr eingeschränkt. Die sind dann alle ganz brav, die Patienten erwischt man eher, wenn man sagt, wenn sie sich daran halten, dann würde sich auch ihre Funktionalität des Penis positiv verändern. Die Motivation zielt darauf ab – wenn sie ein bisschen mit mir mitarbeiten, wenn sie selbst für ihre Gesundheit verantwortlich sind, haben sie auch selbst den Erfolg. Das heißt, die Patienten, die zu uns kommen sind wie Kinder, mit Verboten kommt man hier nicht durch.
Viele setzen sich hin und sagen: Machen Sie mich wieder gesund, geben Sie mir die Pille, die mich gesund macht. So denkt unsere Gesellschaft, aber das stimmt nicht. Ich versuche Patienten dort ab zu holen wo sie gerade stehen, und sage ohne Eigenverantwortung gibt es keine Veränderung, Patienten müssen auch was dafür tun das es ihnen besser geht. Das muss natürlich ein verantwortlicher Mensch sein, der kein Kind ist. Also wir leben ja in einer Art Kindergesellschaft, wir sind ja in vielen Lebensbereichen sehr eingeschränkt, viele verlieren den Blick auf sich selbst und ihre Bedürfnisse. Ich versuch meine Patienten in die Verantwortung zu bringen, ihre Selbstwirksamkeit fördern, und das gelingt natürlich fantastisch mit sexueller Gesundheit. Wenn ich den Herrn zum Beispiel sage, Hören Sie mal ihre Blutgefäße im Penis sind in Mitleidenschaft gezogen, der Zucker knappert dort ihre Gefäße bereits an, dann hören sie plötzlich ganz wach zu. Machen sie es besser wie vorhin gesagt mit der Änderung von ihrem Lifestyle. Also ich komme ein bisschen von dieser Seite. Damit kann ich dann natürlich jedes Krankheitsbild welches die sexuellen Gesundheit und die Aufrechterhaltung der sexuellen Gesundheit betrifft mit einbeziehen. Ich frage natürlich nicht beim Erstgespräch, wie schaut das denn mit Ihrem Sexleben aus – Sie sind ja so dick. Ich glaube jedoch man kann über sexuelle Gesundheit in einem sicheren respektvollem Rahmen sehr leicht sprechen, wenn wir Lust auf Reden haben.

Lust auf Reden“, ist auch eine Initiative der AIDS Hilfen Österreich, sowie dem Dachverband der Sozialversicherungsträger Österreich. Wenn man sexuelle Gesundheit einfach in das Gespräch mit einbezieht, kann man als Ärztin, als TherapeutIn, als Pflegekraft, überhaupt alle Personen die sich mit der Gesundheit anderer beschäftigen in jeglicher Hinsicht positive Veränderungen bewirken. Natürlich fragen sie dann halt nicht, wie oft haben Sie jetzt Sex gehabt, das ist von wenig Interesse, sondern es geht um die Aufklärung und Abklärung, darüber, dass sexuelle Gesundheit im Rahmen von Diabetes, im Rahmen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, im Rahmen von Übergewicht, bei Suchtverhalten, maßgeblich beeinträchtigt werden kann, wodurch wohl die Lust nicht verschwindet, jedoch die Funktionalität (das können) eingeschränkt oder unmöglich gemacht werden kann. die positive Botschaft: Sie können was dagegen tun, wir arbeiten gemeinsam daran. Zur Patienten Aufklärung gehört auch, um beim Beispiel Diabetes zu bleiben, es gibt ein Enzym, das im Fettgewebe das Testosteron in Östrogen wandelt. Das heißt, man kann den Testosteronspiegel erhöhen, indem man das Gewicht reduziert. Das ist etwas, was jeder selber tun kann – ja, ich möchte wieder fit sein, ich möchte mich wieder jung und frisch fühlen.
Wir leben jetzt gerade in einer Zeit, wo die Jugend zählt, das Hormon Testosteron und Fruchtbarkeit ist quasi das absolute Höchste Gut, dort wo die Gesundheit als materiell bezeichnet ist zum Beispiel in der Wirtschaft. Man kann wirklich was tun, um sexuell aktiv zu sein und zu bleiben.

Welchen Beitrag kann die Sexualpädagogik bzw. die sexuelle Bildung für ältere Menschen leisten?
Na gut, also so bösartig wie die Medizin sind wir nicht. Grundsätzlich geht es schon darum, dass wir von diesem Klischeebild der Sexualpädagogik wegkommen müssen, das ja immer noch diese Idee verfolgt, das ist etwas, was wir in ein, zwei Workshops dann bei Jugendlichen, wenn die die ersten sexuellen Erfahrungen mit einander haben ableisten und Fertig ist es. Da haben wir ja schon übersehen, dass die 12, 13-Jährigen, 12, 13 Jahre sexuelle Erfahrung hinter sich haben, und da kümmert sich fachlich aber niemand darum. Wissen sollen wir, das sich mit Lebensbeginn auch die Sexualität zu entwickeln beginnt, und selbstverständlich, das geht meistens schneller als man bedenkt, und Eltern es zum Beispiel mitbekommen, es können Menschen sehr schnell aktiv sein – es ist selten geplant. Und jetzt haben wir da so Lebenswege, auch zum Thema Sexualität, wir haben ja schon so viele Klischees gehört. Kinder sind möglichst sortiert von Sexualität ab zu halten. Lust zu haben, wird ihnen abgesprochen. Wir haben darüber geredet, was das Bildungsministerium dazu sagt. Bei Kindern, die sollten möglichst keine Sexualität haben, sie sollten nicht zu früh Sex haben, weil sie nicht wissen, ob etwas zu früh sei. Dann sollen sie plötzlich aber super tollen geilen Sex haben. Bis zu, zu einem Alter, wo sie dann draufkommen sollen, dass Sex nicht das Wichtigste im Leben ist und dann, und so weiter. Und irgendwann einmal sollen sie bitte, tunlichst keinen Sex mehr haben und wenn, dann bitte nicht mehr drüber reden. Deswegen bin ich so dankbar für diese Initiative – Lust auf Reden. Über Sex reden, das hört doch nie auf und das ist so wichtig, dass wir Menschen auch in ihren Fragen begleiten. Ich arbeite therapeutisch in einer Praxis, ich habe jetzt einen 80-jährigen Mann bei mir gehabt, dass jedoch nicht weil er einen besseren Sex wollte, es fehlte ihm die Partnerin, er wolle darüber reden welche schöne erfüllende Sexualität die beiden hatten, und wie es ihm gelingen kann ähnliches wider zu erleben. Ich glaube, darüber zu reden ist der erste Schritt, dieses Thema auch einmal der Gesellschaft zugänglich zu machen. Und diese Zugänglichkeit ermöglicht dann auch Rahmenbedingungen zu schaffen, die es Menschen ermöglichen auch unter diesen speziellen Bedingungen möglicherweise im Pflegeheim dann noch guten, lustvollen Sex haben zu können. Wir haben heute bei der Fachtagung viel darüber gesprochen, mit welchen Lebenshintergründen Menschen kommen. Wir werden in absehbarer Zeit Menschen in Pflegeheimen vorfinden, die ganz andere Lebenshintergründe haben, für diese Situation braucht es eine Schulung’s Kompetenz in allen Gesundheitsberufen, und auch in der Justiz.

Frage an die Vorsitzende der Aidshilfe Wien:
Wo kann man konkret ansetzen, damit gerade auch für die Zielgruppe ältere Menschen, Sexualität gut und safe stattfinden kann, ob es 60 oder 70 oder 80 plus, je nachdem wo wir anfangen, jede und jeder empfindet bis ins hohe Alter. Vieles haben wir jetzt eh schon angesprochen, einerseits geht es ja wirklich darum, das Tabu abzubauen, also, dafür Sorge zu tragen, dass diese Sprachlosigkeit ein Ende findet. Einerseits bei den Personen selbst, andererseits bei Menschen mit denen wir täglich arbeiten, also meine Berufsgruppe, alle anderen Berufsgruppen, die sich um die Gesundheit von Menschen kümmern. Das versuchen wir in der Kampagne mit dem Dachverband der Österreichischen Aidshilfen und anderen, immer wieder zu propagieren, dass es eigentlich sehr einfach ist, Fragen nach sexuellem Wohlbefinden einzubauen und das es egal ist ob die Person die vor mir sitzt, 35 oder 75 Jahre ist. Wir müssen nur die eigenen Bilder, die wir in unserem Kopf haben, ein bisschen reflektieren und so glaube ich, an einigen Stellschrauben drehen. Andererseits geht es, glaube ich, auch konkret um solche Dinge wie Tests zugänglich zu machen für diese Altersgruppe, die damit vielleicht nicht so viel zu tun hat wie heute 25-Jährige, es geht dabei darum auch um so Dinge wie kann ich ein Gerät diskret zu der Person in einer Institution bringen, es ist auch unmöglich zu testen wenn andere privat Personen im Zimmer anwesend sind. Es braucht jedoch diese Tests, nicht nur im Hinblick auf HIV, sondern auf alle STI’s, um Clusterbildung zu vermeiden. Wir haben in Österreich, wenn man sich H.I.V. anschaut, immer noch einen viel zu hohen Anteil als Dunkelziffer. 42% der Menschen, die erneute neu diagnostizierte H.I.V. Infektionen kriegen, sind schon sehr lange infiziert, weil es oft Menschen sind, denen nicht unter Anführungsstrichen unterstellt wird, sie könnten HIV haben. Also zum Beispiel der über 50-jährige weiße Mann, der hetero ist, von Buxtehude am Land, der hat vielleicht keinen Kontakt zu der Aids-Hilfe, wo man hingehen kann und kostenlos ein Test machen kann, kommt nicht zu Veranstaltungen, wo über sowas geredet wird, wir müssen Menschen in allen Altersgruppen auch aufsuchend erreichen, mit konkreten medizinischen und versorgerischen Angeboten. Damit sie getestet werden können und dann therapiert werden können, egal ob es jetzt um HIV geht oder um sexuelle Missempfindungen, ob erektile Dysfunktion oder um Chlamydien in Alternheimen. Chlamydien gehören zu den STI’s, es sind Bakterien, hauptsächlich übertragbar durch vaginalem, oralem oder analem Verkehr.

Die Moderatorin fragt Benno, was würdest du als Person, die mit HIV lebt, dir besonders mit Hinblick auf sexuelle Gesundheit für deine Altersgruppe wünschen?
Also über Sex reden, offener und nicht so schambehaftet, ist schon mal ganz gut.
Für mich ist ein interessantes Thema heute auch Sexarbeit und Sexualbegleitung im Alter. Also ich sage mal zwei Sachen, die mir bei meinem Dating im Gedächtnis geblieben sind, die eine ist eine Aussage in einem Profil, da stand drin: Suche ältere Männer bis 24. Kann man so stehen lassen, oder?
Also – Der Jugendkult ist schon enorm, ich bin davon selber nicht ganz frei, weil ich stehe auch auf jüngere Männer, mein Ex-Mann ist jetzt 30. Ich bin nicht in der Lügner-Liga, ja. Warum auch?
Und das zweite, was mir eingefallen ist, ist ein berührendes Erlebnis das ich mit 19 hatte, ich bin ja früher aus einem dysfunktionalen Familienelternhaus ausgezogen und ich habe wirklich, ich glaube, alle Jobs gemacht, die es gibt. Meine Matura habe ich zufällig geschafft, meinen Bachelor habe ich mit 32 gemacht, meinen Master mit 45 alles berufsbegleitend. Und einer der Jobs war eben auch Sexarbeit. Ich weiß nicht, wie das damals hieß, aber unter Callboy kann man sich glaube ich was vorstellen. Ich kann mich erinnern, ich erinnere mich nicht mehr viel, aber ich war mit 19 bei einem 70-Jährigen und musste ganz viel tun. Es war jetzt ganz anspruchsvoll sexuell, aber es hat ihn so glücklich gemacht. Ich war alleine und habe dann ein Foto gesehen in dieser Wohnung. Ich wurde von ihm ganz alleine gelassen. Da habe ich ein Foto gesehen von einem wunderhübschen blonden jungen Mann, in schwarz-weiß und halbnackt und so wunderschön – das war er im Zweiten Weltkrieg, das hat mich über Alter und Altwerden, offensichtlich so zum Nachdenken gebracht und berührt, dass es hängen geblieben ist. Heute geht es immer noch so, dass mir von Zeit zu Zeit jüngere Männer zu laufen, noch immer was an mir finden. Ich habe auch schon diese Dienstleistung, also auch schon Callboys gebucht. Dann immer wieder auch die hybride Form mit Freundschaft Plus und ich weiß nicht was. Das gibt schon zu denken, aber ich fand das eben ganz gut, dass es auch diese institutionalisierten Möglichkeiten gibt, wo man auch Niedrigschwellig Möglichkeiten hat auf Sexarbeit und Sexbegleitung, weil ich finde, das wird oftmals so schambehaftet und moralisch irgendwie verdrängt. Die Begegnungen die ich hatte, waren jedoch immer positive. Da ich ja selbst die Erfahrung gemacht habe, habe ich auch versucht diese gemeinsame Zeit auf Augenhöhe und mit Wertschätzung, wie auch mit Konversation zu begleiten, nicht nur auf ein Geschäftliche Vereinbarung zu reduzieren – Ja, also das finde ich gut, das finde ich auch als wichtigen Beitrag zur sexuellen Gesundheit im Alter. Was noch wichtig ist, ist dass es eben sowas gibt wie Häuser zum Leben, dass es Orte gibt welche durch ein gesundheitsförderndes Selbstbild auffällig werden, wo anerkannt wird, dass man eben queer ist, schwul, lesbisch, Bi, ist, whatever. dass man auch eben noch als sexuelles Wesen irgendwo anerkannt wird und Möglichkeiten zum sexuellen Erleben, unter respektvollen Umständen hat.
Ich hab gehört, es scheitert oftmals an Geld und so, aber scheinbar scheitert es heutzutage nicht nur oft an Geld. Ich meine, ich bin zum Glück noch so, dass ich an dem Punkt bin, dass ich eben eine Wohnung habe und im Arbeitsleben stehe, aber eben 60, das ist eine mächtige Zahl.
Ich habe einmal eine Kulturfabrik mitgestaltet und aufgebaut, ich hatte ein Kunstprojekt gemeinsam mit meiner Kollegin, die ich aus Leipzig gekannt habe. Es war kurz nach der Wende und die war auch 27 wie ich, sie hatte einen der Künstler als ihren Partner und der war 57. Er war dann immer da, wir haben uns in der Küche hingesetzt, er war sehr locker drauf. Aber er war für mich so weit weg mit 57, ich war ja immerhin 27. Oh das tut aber beim hinsehen schon weh, wie geht das überhaupt diese Beziehung zu meiner Kolleginn, sie ist 27. Diese Altersgeschichte lässt mich nicht los. Ja, ich war 19 und habe mich in einen Typen verliebt, wir haben nicht sofort über Alter geredet, aber er hat mir dann sein Alter gesagt, ich war schockiert, er hat mir gesagt, er ist 27, also viel zu alt für mich – Es hat trotzdem funktioniert, leider nicht für ewig aber das Beziehung’sleben hat viele Prüfungen
für uns.

Was braucht es aus sexologischer Sicht, damit wir ältere Menschen unterstützen und sie ihre sexuellen Bedürfnisse wahren können, fragt die Moderatorin, Wie erreicht man sie?
Körperliche Veränderungen sind unumgänglich antwortet der Sexualpädagoge. Das ist eine Tatsache, im Älterwerden ist das auch mit medizinischen Aspekten verbunden, aber ein wichtiger Baustein ist, kompetente Konsequenz die sich Menschen in ihrem Leben angeeignet haben, müssen wir fördern, weil das ist die Basis dafür, mit der sie dann auch im Alter profitieren. Es gibt immer noch so viel fehlendes Wissen, jetzt kommen so viele Männer zu mir, die glauben, wenn sie zu schnell einen Samenfluss haben, dass sie den Beckenboden besonders anspannen müssen, weil sie das irgendwo gelesen haben oder durch ein Gerücht. Und dann rennen alle Männer mit einem angespannten Beckenboden durch die Welt. Und genau das ist nicht förderlich für eine genussvolle Sexualität. Das heißt, wir haben so viel banales, basales Misswissen oder fehlendes Wissen, je mehr wir da Inputs schaffen können, desto mehr wird es uns gelingen, auch Menschen mit fortschreitendem Alter noch in lustvolle und autonome sexuelle Situationen begleiten zu können. Das ist doch eine schöne Aufgabe. Benno stellt eine Zwischenfrage: Aber es gibt doch, wie ich gehört habe, diesen Zertifikatslehrgang für SexarbeiterInnen, so was gab es zu meiner Zeit nicht.
Für Sexarbeit gibt es keinen Lehrgang, aber über Sexualbegleitung kann man lernen, Ja, aber das ist nicht zertifiziert, antwortet der Sexualpädagoge.

Frage und Antwort aus dem Publikum: Ich hätte noch eine Meinung zur HPV-Impfung, weil gerade im Alter wäre doch die Besonders interessant, wo die Menschen durchschnittlich schon viel mehr Partner haben, viel mehr Sexualkontakte und wo vielleicht durch den einen oder anderen Grund, wieder eine neue Partnersuche stattfindet. Also dass man davor sieht, dass wirklich die ganze Bevölkerung kostenlosen Zugang zu einer HPV-Impfung hätte, wäre doch extrem wichtig?
Ich glaube es gibt einen Unterschied zwischen was ist sinnvoll und was wird finanziert. Was auch viele nicht wissen ist, man kann eine HPV-Impfung bekommen, auch wenn man jünger als 30 ist kostenlos. Da muss aber schon was dafür passiert sein, also da muss so eine Veränderung am Gebärmutterhals nachgewiesen sein, dann kriegt man eine Chefärzliche Bewilligung dafür, egal in welchem Alter. Aber ja, natürlich, diese Impfung macht in jedem Alter Sinn.
HPV: Humane Papillomaviren: Die HPV-Infektion zählt zu den am häufigsten übertragbaren Geschlechtskrankheiten der Welt. Infektion’sfolgen sind bei Frauen häufiger als bei Männer. Vorallem Männer welche häufig wechselnde SexualpartnerInnen haben, sollten sich ihrer Verantwortung bewusst sein und in eine Doppeldosis Impfstoff investieren. Dann kann aus Lust kein Frust entstehen.

Weitere Publikumfrage und Antwort: Bis jetzt haben wir viel gesprochen über die Menschen in Seniorenheimen und anderen Institutionen, und dass man diesen Menschen Sexualität abspricht, oder tabuisiert.. Aber es gibt noch eine marginalisierte Gruppe, das sind Menschen in Haft. Man weiß wohl, es gibt rassant zunehmende Zahlen an Menschen im Freiheitsentzug, welche nicht nur eine Zeitstrafe verbüsen, sondern auch in ein forensisch-therapeutisch Zentrum eingewiesen werden – den sogenannten Maßnahmenvollzug, der zeitlich immer noch unbefristet ist, entgegen der überwiegenden Anzahl von FachexpertInnen. Genau hier sind jedoch sehr viele ältere Menschen. Die Öffentlichkeit weiß gar nichts, auch nicht die Interessierte, wie in den Anstalten, Sexualität Selbstbestimmt und Selbstwirksam gelebt werden kann. Man hat vielleicht Vorurteile und Klischeebilder im Kopf, die Justiz ist nicht transparent genug um einen möglichen falschen Eindruck zu entkräften. Der Gesundheitspolitische Auftrag lautet neben der vermeintlichen Gewährleistung von Sicherheit und Ordnung, nur die Hilfestellung bei Suchtentwöhnung, und einer Vermeidung von Suchtverhalten.
Selbstbestimmte Sexualität findet im Häfn nicht statt, so der Grund Tenor. Wie begegnet man also unter diesen Gesichtspunkten einer ganzheitliche Gesudheit’s Versorgung, speziell im Hinblick auf sexuelle Gesundheit, wie es die WHO fordert?
Frau Professor empfiehlt Eigenverantwortung und Selbstbestimmung wahrzunehmen – man soll sich um sich kümmern, das schaffen Menschen in Freiheit nicht. Menschen in Haft müssen für jede Kleinigkeit Anträge schreiben, ob und wann der Antrag positiv bearbeitet wird, bleibt für diese Gruppe von Menschen oftmals eine psychische Dauerbelastung. Menschen in den Freiheit entziehenden Anstalten haben keine, jedenfalls nur massiv eingeschränkte Rechte weil es das Volk so will. Also die Personen werden dort, nicht gefördert oder befähigt ihre sexuelle Gesundheit zu beachten und gesund zu erleben. Es geht einfach nicht sich irgendwie, Ja, mehr oder weniger halt um sich selbst zu kümmern, weil die Person muss einen Antrag schreiben für was weiß ich was, dieses Begehren natürlich begründen und sich offenbaren. Bei Besorgung von Kondomen kann das schon sehr stark die Lust mindern. Nicht in allen Anstalten gibt es Kondome – womit das Ziel der Justiz ja erreicht wäre.

Antwort vom Podium: Was ich sagen kann, ich gehe jetzt kurz in die Rolle der Geschäftsführung der Aidshilfe Wien, dass wir zum Beispiel von manchen Justizanstalten sehr oft angefordert werden um Workshops mit Menschen die in Haftanstalten leben abzuhalten. Wir machen sexualpädagogische Workshops für Jugendliche, junge Erwachsene, Erwachsene, für Frauen und Männer. Um eben genau diese Themen auch in Bewegung zu halten. Die Medikamentöse Therapie läuft auch. Das Problem ist eher, wenn die Leute aus dem Gefängnis herauskommen und dann die richtigen Anknüpfungspunkte zu finden ist schwierig da die Versicherung’s Fragen meist schlecht geregelt sind. Aber auch da springen die Aids Hilfen Österreichs ein.

Benno berichtet weiter, heute ist es so, und das wissen sicher die meisten, es ist einfacher geworden. Das heißt, ich nehme so zwei kleine Pillen morgens und es geht auch mit einer Pille, oder mit einer Niveauspritze inzwischen wohl, aber ich nehme zwei kleine Pillen und dann eine dritte gegen den Cholesterinspiegel, der nach oben geht. Und das ist es im Prinzip und es gibt keine Nebenwirkungen. Es gibt auch nur eine Pille, oder seit neuem eine Depotspritze. Die Österreichische Gesundheitskasse übernimmt in den allermeisten Fällen die Kosten. Ich gehe zwei-, dreimal im Jahr ins Labor, rede dann mit meinem Arzt, den ich jetzt über 20 Jahren kenne und das, das ist es im Grunde genommen. Die Frage, welche Anforderungen ich an meine Partner und an mich stelle und ob sich diese geändert haben kann ich so beantworten. Natürlich haben sich die auch massiv geändert, weil am Anfang, am Anfang war ich total verunsichert und alle, alle waren total verunsichert. Dann halt kein Sex dachte ich kurz, Nein halt, bin zu jung wie gesagt. Ich hörte von Safersex Regeln, bedeutet immer Kondom, Kondom, Kondom, gut also doch kein Verzicht. Es gab viel Ablehnung, also das heißt, ich habe oftmals Ablehnung erfahren, einige mögliche Partner wollten kein Kondom. Ich war zum Beispiel beim Dating, also beim Dating überhaupt den Moment zu finden ist kompliziert, es war so wie eine Geburt, Entschuldigung, ich weiß nicht genau, wie eine Geburt ist, aber so stelle ich mir eine Geburt vor, dass man sich überlegt, diesen Moment zu finden wo man sich als HIV-positiv outet. Es war hart, es gab Ablehnungen, aber bitte es gab nicht nur Ablehnung in den 80ern, es gibt auch Ablehnung heute: Wie gesagt, ich kann als HIV positiver Mann arbeiten. Ich glaube, irgendwann hat auch meine Firma unterschrieben (was sie nicht müssen), es weiß jede und jeder bei mir, meine Freunde drücken mir ihre kleinen Kinder in die Hand und alles Mögliche. Aber beim Dating und ich bin ja wieder am Dating-Markt leider, also beim Dating ist es so, dass man immer noch abgelehnt wird. Es ist so, dass ich letztens auch jemandem gesagt habe, das soll jetzt keine Eigenwerbung sein, aber eine Person die mit mir ins Bett geht um Sex zu haben, ist Safe. Wer unter regelmässiger medikamentösen Behandlung steht, der gilt als der sicherste überhaupt – also sicherer geht’s nicht., wen nauch das Monitoring past, also der Bluttest und Klinische Untersuchung bei der behandelden Ärztin oder dem Arzt. Jemand, der seinen Status nicht weiß oder nicht in Behandlung ist, oder keine Ahnung, keine Medikamente nimmt, oder meinetwegen negativ ist aber nie zu irgendwelchen Untersuchungen geht, ist viel unsicherer. Aber das ist noch nicht bei allen Menschen durchgedrungen. Es gibt, wie ich in der Diskussion gesehen habe, so was wie eine „Ja, ich weiß ja eh“, aber es bleibt so eine diffuse Angst. Dem kann man nur durch solche Fachtagungen, öffentliche Aufklärung, Bildung und Lust auf Reden zum Beispiel mit ÄrztInnen, ExpertInnen der AIDS Hilfe Einrichtungen, aber auch in diversen Vereinen, unter Freunden überhaupt in der Gesellschaft, tabulos entgegnen.

Sexualität darf man nicht nur auf Geschlechtsteile reduzieren, Sexualität ist viel mehr und beginnt in unserem Lebenszyklus sehr früh, so der Sexualpädagoge, man weiß das auch aus der Sexualmedizin:

Sexualität und Alter, ist eine der zentralen Fragestellungen von heute, an den die Sexualpädagogik, und Sexualwissenschaft arbeitet. Eine dieser Fragen ist, wie man Sexualität im Alter und bei chronischen Erkrankungen aufrechterhalten, besser nicht aufrechterhalten kann. Und auch wenn ein verlangen vielleicht unter Umständen im Alter etwas abnimmt so bedeutet es nicht zwingend, das wir damit aufhören. Häufig gibt es eben viele chronische Erkrankungen, die den größten Einfluss auf die Sexualfunktion haben. Sexualität ist eben ein wichtiger Bestandteil der Lebensqualität, worauf auch im höheren Lebensalter nicht verzichtet werden muss und auch nicht sollte. Prinzipiell ist es ja so, Sexualität ist sehr stark mit Jugend und Schönheit verknüpft, oder dient im unterschiedlichen Kontext überhaupt nur einer Familien Gründung, auf diesen Punkt möchte ich aber nicht eingehen.

Sexuelle Gesundheit ist daher aus unterschiedlichen Gesichtspunkten für alle Menschen ein wichtiger Bestandteil ganzheitlicher Gesundheitsversorgung: Die Wahrheit ist, dass gerade Leute, die älter sind (50+), 2,5-mal häufiger Sex praktizieren als 30-jährige Leute, das zeigen uns die Daten klar, sagt die Sexualmedizinerin. Sie komme in ihrer Arbeit von einer ganz, ganz anderen Seite, weil sie versucht immer, zur Sexualität oder für die Aufrechterhaltung der Sexualität den Patienten zu motivieren, aus einer chronischen Erkrankung herauszukommen, bzw. auch das zu tun, was sie ihm sage. Wenn ich jetzt einen Diabetiker vor mir habe, der schon rund ist, sehe ich ein genussvoller Mensch sitzt also hier er hat weniger gerne vollwertige Speisen. Meistens funktioniert es sehr gut bei Männern, wenn ich ihnen sag: ja, es ist sehr gut, wenn sie jetzt auf das und das verzichten, weil dann ist nämlich das Hba1C (Langzeitzucker Wert, welcher alle 3 Monate gemessen wird) um die 6,5, womit sich die Gefäße  erholen, beispielsweise auch die in Ihrem Penis. Wenn ich dann sehe seine Werte bleiben stabil, dann freu ich mich mit dem Patienten, denn ich weiß gleichzeitig er hat ein erfülltes Sexualleben, zumindest wäre die Funktionalität nicht mehr eingeschränkt. Die sind dann alle ganz brav, die Patienten erwischt man eher, wenn man sagt, wenn sie sich daran halten, dann würde sich auch ihre Funktionalität des Geschlechtteiles positiv verändern. Die Motivation zielt darauf ab – wenn sie ein bisschen mit mir mitarbeiten, wenn sie selbst für ihre Gesundheit verantwortlich sind, haben sie auch selbst den Erfolg. Das heißt, die Patienten, die zu uns kommen sind wie Kinder, mit Verboten kommt man hier nicht durch. Viele setzen sich hin und sagen: Machen Sie mich wieder gesund, geben Sie mir die Pille, die mich gesund macht. So denkt unsere Gesellschaft, aber das stimmt nicht. Ich versuche Patienten dort ab zu holen wo sie gerade stehen, und sage ohne Eigenverantwortung gibt es keine Veränderung, Patienten müssen auch was dafür tun das es ihnen besser geht. Das muss natürlich ein verantwortlicher Mensch sein, der kein Kind ist. Also wir leben ja in einer Art Kindergesellschaft, wir sind ja in vielen Lebensbereichen sehr eingeschränkt, viele verlieren den Blick auf sich selbst und ihre Bedürfnisse. Ich versuch meine Patienten in die Verantwortung zu bringen, ihre Selbstwirksamkeit fördern, und das gelingt natürlich fantastisch mit sexueller Gesundheit. Wenn ich den Herrn zum Beispiel sage, Hören Sie mal ihre Blutgefäße im Penis sind in Mitleidenschaft gezogen, der Zucker knappert ihre Gefäße bereits an, dann hören sie plötzlich ganz wach zu. Machen sie es besser wie vorhin gesagt mit der Änderung von ihrem Lifestyle. Also ich komme ein bisschen von dieser Seite. Damit kann ich dann natürlich jedes Krankheitsbild welches die sexuellen Gesundheit und die Aufrechterhaltung der sexuellen Gesundheit betrifft mit einbeziehen. Ich frage natürlich nicht beim Erstgespräch, wie schaut das denn mit Ihrem Sexleben aus – Sie sind ja so dick. Ich glaube jedoch man kann über sexuelle Gesundheit in einem sicheren respektvollem Rahmen sehr leicht sprechen, wenn wir Lust auf Reden haben.

Lust auf Reden, ist auch eine Initiative der AIDS Hilfen Österreich, sowie dem Dachverband der Sozialversicherungsträger Österreich.

Wenn man sexuelle Gesundheit einfach in das Gespräch mit einbezieht, kann man als Ärztin, als TherapeutIn, als Pflegekraft, überhaupt alle Personen die sich mit der Gesundheit anderer beschäftigen in jeglicher Hinsicht positive Veränderungen bewirken. Natürlich fragen sie dann halt nicht, wie oft haben Sie jetzt Sex gehabt, das ist von wenig Interesse, sondern es geht um die Aufklärung und Abklärung, darüber, dass sexuelle Gesundheit im Rahmen von Diabetes, im Rahmen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, im Rahmen von Übergewicht,bei Suchtverhalten, maßgeblich beeinträchtigt werden kann, wodurch wohl die Lust nicht verschwindet, jedoch die Funktionalität (das können) eingeschränkt oder unmöglich gemacht werden kann. Das Positive: Sie können was dagegen tun wir arbeiten gemeinsam daran.

Zur Aufklärung gehört auch, um beim Beispiel Diabetes zu bleiben, es gibt ein Enzym, das im Fettgewebe das Testosteron in Östrogen wandelt. Das heißt, man kann den Testosteronspiegel erhöhen, indem man das Gewicht reduziert. Das ist etwas, was jeder selber tun kann – ja, ich möchte wieder fit sein, ich möchte mich wieder jung und frisch fühlen. Wir leben jetzt gerade in einer Zeit, wo die Jugend zählt, das Hormon Testosteron und Fruchtbarkeit ist quasi das absolute Höchste Gut, dort wo die Gesundheit als materiell bezeichnet ist zum Beispiel in der Wirtschaft. Man kann wirklich was tun, um sexuell aktiv zu sein und zu bleiben.

Welchen Beitrag kann die Sexualpädagogik bzw. die sexuelle Bildung für ältere Menschen leisten?

Na gut, also so bösartig wie die Medizin sind wir nicht. Grundsätzlich geht es schon darum, dass wir von diesem Klischeebild Sexualpädagogik wegkommen müssen, das ja immer noch diese Idee verfolgt. Das ist etwas, was wir in ein, zwei Workshops dann bei Jugendlichen, wenn die die ersten sexuellen Erfahrungen mit einander haben ableisten und Fertig ist es. Da haben wir ja schon übersehen, dass die 12, 13-Jährigen, 12, 13 Jahre sexuelle Erfahrung hinter sich haben und da kümmert sich aber niemand darum. Wissen sollen wir, das sich mit Lebensbeginn auch die Sexualität zu entwickeln beginnt, und selbstverständlich, das geht meistens schneller als man bedenkt, können Menschen sehr schnell aktiv sein – es ist selten geplant. Und jetzt haben wir da so Lebenswege, auch zum Thema Sexualität, wir haben ja schon so viele Klischees gehört. Kinder sind möglichst sortiert von Sexualität ab zu halten. Lust zu haben, wird ihnen abgesprochen. Wir haben darüber geredet, was das Bildungsministerium dazu sagt. Bei Kindern, die sollten möglichst keine Sexualität haben, sie sollten nicht zu früh Sex haben, weil sie nicht wissen, ob etwas zu früh sei. Dann sollen sie plötzlich aber super tollen geilen Sex haben. Bis zu, zu einem Alter, wo sie dann draufkommen sollen, dass Sex nicht das Wichtigste im Leben ist und dann, und so weiter. Und irgendwann einmal sollen sie bitte, tunlichst keinen Sex mehr haben und wenn, dann bitte nicht mehr drüber reden. Deswegen bin ich so dankbar für diese Initiative – Lust auf Reden. Über Sex reden, das hört doch nie auf und das ist so wichtig, dass wir Menschen auch in ihren Fragen begleiten. Ich arbeite therapeutisch in einer Praxis, ich habe jetzt einen 80-jährigen Mann bei mir gehabt, dass jedoch nicht weil er einen besseren Sex wollte, es fehlte ihm die Partnerin, er wolle darüber reden welche schöne erfüllende Sexualität die beiden hatten, und wie es ihm gelingen kann ähnliches wider zu erleben. Ich glaube, darüber zu reden ist der erste Schritt, dieses Thema auch einmal der Gesellschaft zugänglich zu machen. Diese Zugänglichkeit ermöglicht dann auch Rahmenbedingungen zu schaffen, die es Menschen ermöglichen auch unter diesen speziellen Bedingungen möglicherweise im Pflegeheim dann noch guten, lustvollen Sex haben zu können. Wir haben heute bei der Fachtagung viel darüber gesprochen, mit welchen Lebenshintergründen Menschen kommen. Wir werden in absehbarer Zeit Menschen in Pflegeheimen vorfinden, die ganz andere Lebenshintergründe haben, für diese Situation braucht es eine Schulung’s Kompetenz in allen Gesundheitsberufen, und auch in der Justiz.

Frage an die Vorsitzende der Aidshilfe Wien: Wo kann man konkret ansetzen, damit gerade auch für die Zielgruppe ältere Menschen, Sexualität gut und safe stattfinden kann, ob es 60 oder 70 oder 80 plus, je nachdem wo wir anfangen, jede und jeder empfindet bis ins hohe Alter. Vieles haben wir jetzt eh schon angesprochen, einerseits geht es ja wirklich darum, das Tabu abzubauen, also, dafür Sorge zu tragen, dass diese Sprachlosigkeit ein Ende findet. Einerseits bei den Personen selbst, andererseits bei Menschen mit denen wir täglich arbeiten, also meine Berufsgruppe, alle anderen Berufsgruppen, die sich um die Gesundheit von Menschen kümmern. Das versuchen wir in der Kampagne mit dem Dachverband der Österreichischen Aidshilfen und anderen, immer wieder zu propagieren, dass es eigentlich sehr einfach ist, Fragen nach sexuellem Wohlbefinden einzubauen und das es egal ist ob die Person die vor mir sitzt, 35 oder 75 Jahre ist. Wir müssen nur die eigenen Bilder, die wir in unserem Kopf haben, ein bisschen reflektieren und so glaube ich, an einigen Stellschrauben drehen. Andererseits geht es, glaube ich, auch konkret um solche Dinge wie Tests zugänglich zu machen für diese Altersgruppe, die damit vielleicht nicht so viel zu tun hat wie heute 25-Jährige, es geht dabei darum auch um so Dinge wie kann ich ein Gerät diskret zu der Person in einer Institution bringen, es ist auch unmöglich zu testen wenn andere privat Personen anwesend sind. Es braucht jedoch diese Tests, nicht nur im Hinblick auf HIV, sondern auf alle STI’s, um Clusterbildung zu vermeiden. Wir haben in Österreich, wenn man sich H.I.V. anschaut, immer noch einen viel zu hohen Anteil an Gate Presents, dann 42% der der Menschen, die erneute neu diagnostizierte H.I.V. Infektionen kriegen, sind schon sehr lange infiziert, weil es oft Menschen sind, denen nicht unter Anführungsstrichen unterstellt, sie könnten HIV haben. Also der über 50-jährige weiße Mann, der hetero ist, von Buxtehude am Land, der hat vielleicht keinen Kontakt zu der Aids-Hilfe, wo man hingehen kann und kostenlos ein Test machen kann, kommt nicht zu Veranstaltungen, wo über sowas geredet wird, wir müssen Menschen in allen Altersgruppen auch aufsuchend erreichen, mit konkreten medizinischen und versorgerischen Angeboten. Damit sie getestet werden können und dann therapiert werden können, egal ob es jetzt um HIV geht oder um sexuelle Missempfindungen, ob erektile Dysfunktion oder um Chlamydien in Alternheimen. Chlamydien gehören zu den STI’s sie sind Bakterien, hauptsächlich übertragbar durch vaginalem, oralem oder analem Verkehr.

Benno, was würdest du als Person, die mit HIV lebt, dir besonders mit Hinblick auf sexuelle Gesundheit für deine Altersgruppe wünschen? Also über Sex reden, offener und nicht so schambehaftet, ist schon mal ganz guIch bin nicht in der Lügner-Liga, ja. Warum auch? Und das zweite, was mir eingefallen ist, ist ein berührendes Erlebnis das ich mit 19 hatte, ich bin ja früher aus einem dysfunktionalen Familienelternhaus ausgezogen und ich habe wirklich, ich glaube, alle Jobs gemacht, die es gibt. Meine Matura habe ich zufällig geschafft, meinen Bachelor habe ich mit 32 gemacht, meinen Master mit 45 alles berufsbegleitend. Und einer der Jobs war eben auch Sexarbeit. Ich weiß nicht, wie das damals hieß, aber unter Callboy kann man sich glaube ich was vorstellen. Ich kann mich erinnern, ich erinnere mich nicht mehr viel, aber ich war mit 19 bei einem 70-Jährigen und musste ganz viel tun, es war ganz anspruchsvoll sexuell, aber es hat ihn so glücklich gemacht. Ich war alleine und habe dann ein Foto gesehen in dieser Wohnung. Ich wurde von ihm kurz alleine gelassen. Da habe ich ein Foto gesehen von einem wunderhübschen blonden jungen Mann, in schwarz-weiß und halbnackt und so wunderschön – das war er im Zweiten Weltkrieg, das hat mich über Alter und Altwerden, offensichtlich so zum Nachdenken gebracht und berührt, dass es hängen geblieben ist. Heute geht es immer noch so, dass mir von Zeit zu Zeit jüngere Männer zu laufen, noch immer was an mir finden. Ich habe auch schon diese Dienstleistung, also auch schon Callboys gebucht. Dann immer wieder auch die hybride Form mit Freundschaft Plus und ich weiß nicht was versucht. Das gibt schon zu denken, aber ich fand das eben ganz gut, dass es auch diese institutionalisierten Möglichkeiten gibt, wo man auch als älterer schwuler Mann, Niedrigschwellig Möglichkeiten auf Sexarbeit und Sexbegleitung hat, weil ich finde, das wird oftmals so schambehaftet und moralisch irgendwie verdrängt. Die Begegnung, die ich hatte waren jedoch immer positive. Da ich ja selbst die Erfahrung gemacht habe, habe ich auch versucht diese gemeinsame Zeit auf Augenhöhe und mit Wertschätzung, wie auch mit Konversation zu begleiten, nicht nur auf ein Geschäftliche Vereinbarung zu reduzieren – Ja, also das finde ich gut, das finde ich auch als wichtigen Beitrag zur sexuellen Gesundheit im Alter.

Was braucht es aus sexologischer Sicht, damit wir ältere Menschen unterstützen und sie ihre sexuellen Bedürfnisse wahren können? Wie erreicht man sie? Körperliche Veränderungen sind unumgänglich, sagt der Sexualpädagoge. Das ist eine Tatsache, im Älterwerden ist das auch mit medizinischen Aspekten verbunden, aber ein wichtiger Baustein ist, kompetente Konsequenz die sich Menschen in ihrem Leben angeeignet haben, müssen wir fördern, weil das ist die Basis dafür, mit der sie dann auch im Alter profitieren. Es gibt immer noch so viel fehlendes Wissen, jetzt kommen so viele Männer zu mir, die glauben, wenn sie zu schnell einen Samenfluss haben, dass sie den Beckenboden besonders anspannen müssen, weil sie das irgendwo gelesen haben oder durch ein Gerücht. Und dann rennen alle Männer mit einem angespannten Beckenboden durch die Welt – genau das ist nicht förderlich für eine genussvolle Sexualität. Das heißt, wir haben so viel banales Mißwissen, oder fehlendes Wissen, je mehr wir da Inputs schaffen können, desto mehr wird es uns gelingen, Sexualität im Alter anzuerkennen und erleben zu dürfen.

Liebe Leserin, lieber Leser. Im Jahr 2026 eröffnet ein neu erbautes Zentrum für sexuelle Gesundheit in Wien, es wird magnus* genannt. Damit wird der Pionier der sexuellen Gesundheit geehrt – ein Symbol für Aufklärung, Vielfallt und diskriminierungsfreien Zugang zu medizinischer Versorgung. Dieses Zentrum wird ein Leuchtturm Projekt sein, freut sich auch MMag.in Agnes Streissler-Führer, stellvertretende Vorsitzende des Landesstellenausschusses der ÖGK Wien. Ich werde zum gegebenen Zeitpunkt darüber informieren und Einblicke im Rahmen der Möglichkeiten liefern. Hoffe es wurde beim Leistungsangebot auch an die Menschen während und nach der Haft gedacht, es klingt jetzt schon mal danach.

Es war eine sehr gute kooperativ organisierte Veranstaltung, mit Gästen welche ihre Expertisen verständlich und praxistauglich vermittelten. Besonders beeindruckt hat mich der Gesundheitspsychologe Benno, denn seine Offenheit war erfrischend vorbildlich.

Nur wer mit Betroffenen spricht kann verstehen was Sache ist.

Etwas ist mir in diesem Zusammenhang noch wichtig: Gewalt hat zu keiner Sekunde Platz. Sexualität darf ausschließlich einvernehmlich stattfinden. Stop ist Stop, Nein bedeutet Nein, nur ein Ja ist eine Zustimmung – darauf beziehen sich Weltweit die Menschenrechte.

Achten Sie auf Ihre Gesundheit, Sie haben ein Recht darauf!

Moderation: Mag.a Andrea Brunner. TeilnehmerInnen am Podium: Univ. Prof.in Dr.in med. Michaela Bayerle-Eder Dr.in med. Mirijam Hall Benno Kischel, MA Mag. Wolfgang Kostenwein. Die Veranstaltung war Teil der Kampagne Lust auf Reden. Gemeinsam für sexuelle Gesundheit der AIDS-Hilfen Österreichs und findet in Kooperation mit dem Dachverband der österreichischen Sozialversicherung (DVSV), der VHS Urania, und der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien statt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert